Im ersten Teil ging es um die Übertragungsstrecke: welches Bluetooth Profil verwendet wird, welcher Codec ausgehandelt wird und warum ein Dongle diese Komplexität oft elegant umgeht. Damit ist aber nur die halbe Kette beschrieben. Denn selbst wenn das Signal sauber am PC ankommt, wird es dort noch einmal angefasst. Und genau hier beginnt in der Praxis die zweite Fehlerklasse: Zwei Kollegen mit identischem Headset klingen in derselben Besprechung völlig unterschiedlich. Einer klingt „unter Wasser“, beim anderen bricht die Stimme in leisen Passagen weg. Die Ursache liegt selten am Headset, sondern darin, wie viele Instanzen gleichzeitig am Mikrofonsignal arbeiten.
Wie Windows ein Mikrofonsignal überhaupt behandelt
Bevor wir über einzelne Funktionen reden, lohnt sich ein Blick auf das Grundmodell. Denn die meisten Missverständnisse entstehen nicht bei den Details, sondern bei der Frage, wer eigentlich wann am Signal arbeitet.
Technisch betrachtet ist der Weg vom Mikrofon zur Anwendung keine Leitung, sondern eine Kette aus mehreren Stationen:

Interessant wird es in der blauen Box. Windows schaltet dort optional kleine Verarbeitungsmodule in den Signalweg, die sogenannten Audio Processing Objects, kurz APOs. Ein APO ist im Prinzip ein Effektgerät in Software: Es bekommt Audio herein, verändert es und gibt es weiter. Equalizer, Echounterdrückung, Pegelregelung und eben auch Rauschunterdrückung sind solche APOs. Diese Module gehören nicht zum Treiber und nicht zur Anwendung. Sie liegen dazwischen. Genau deshalb sind sie so schwer zu greifen, wenn etwas nicht klingt wie erwartet.
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