
Das Power Platform Center of Excellence Starter Kit war über Jahre für viele Teams die erste Adresse, wenn es um Governance, Transparenz und operative Verwaltung in der Power Platform ging. Microsoft hat nun offiziell klargestellt, dass das Kit nicht mehr aktiv gepflegt wird. Die zentrale Begründung: Die Kernfunktionen wandern in das Power Platform Admin Center.
Die wichtigste Erkenntnis: Das Ende der aktiven Weiterentwicklung bedeutet nicht automatisch, dass alle bisherigen Anwendungsfälle des Starter Kits schon vollständig und gleichwertig ersetzt sind.
Zwar bietet das Power Platform Admin Center inzwischen mit Inventory, Usage, Monitor und Actions genau die Bereiche, die Microsoft als native Nachfolger positioniert. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass es auf Details ankommt. Gerade bei Governance-Szenarien, Connector-Auswertungen und Automatisierungen fehlen noch Funktionen, die wir aus dem CoE kennen. Aber es ist offensichtlich aktive Bewegung in der Power Platform Admin Center Weiterentwicklung.
Besonders spannend ist der Blick auf das Inventory im Power Platform Admin Center. Microsoft beschreibt es inzwischen als zentrale, mandantenweite Sicht auf Apps, Flows und Agents. Neu hinzugekommen ist unter anderem die Connector-Transparenz, also die Möglichkeit zu erkennen, welche Konnektoren und Operationen in Ressourcen verwendet werden. Für Administratoren ist das ein wichtiger Schritt, etwa für DLP-Betrachtungen, Lizenzfragen oder die Vorbereitung auf Änderungen bei Konnektoren.

Einzelne Detailansichten sind hilfreich, ersetzen aber noch nicht automatisch tenantweite Governance-Workflows oder frei gestaltbare Auswertungen für unterschiedliche Stakeholder. Genau hier wird die Inventory API interessant. Sie erlaubt strukturierte Abfragen auf Basis von Azure Resource Graph und kann damit zur Grundlage für eigene Reports, Dashboards oder Governance-Prozesse werden. Das ist besonders relevant für Organisationen, die Informationen nicht nur im Admin Center sehen, sondern gezielt weiterverarbeiten möchten.
Wenn Ressourcen keinen Owner mehr haben, lange nicht genutzt wurden oder gegen interne Standards verstoßen, braucht es nicht nur Monitoring, sondern auch Actions. Microsoft verweist genau auf diese Richtung und positioniert das Power Platform Admin Center als zentrale Oberfläche für Governance und operative Steuerung. Die Frage, die offen bleibt, ist also weniger ob etwas kommt, sondern wie schnell Microsoft die noch fehlenden Szenarien nativ schließt.
Die Reise weg vom CoE Starter Kit hin zu nativen Admin-Center-Funktionen ist real und fachlich nachvollziehbar. Für viele Standardanforderungen ist das Power Platform Admin Center heute deutlich besser aufgestellt als noch vor wenigen Monaten. Gleichzeitig bleibt Raum für Eigenentwicklungen, API-basierte Auswertungen und ergänzende Governance-Mechanismen. Wer Power Platform professionell betreibt, sollte diese Entwicklung jetzt aktiv beobachten und die eigenen Betriebs- und Governance-Modelle entsprechend anpassen.
Takeaways aus der Folge:
- Das CoE Starter Kit wird nicht mehr aktiv gepflegt, bleibt aber weiterhin verfügbar.
- Microsoft verlagert zentrale Governance- und Administrationsszenarien in das Power Platform Admin Center.
- Inventory, Usage, Monitor und Actions sind die wichtigsten nativen Bausteine der Transition.
- Connector-Transparenz und die Inventory API schaffen neue Möglichkeiten für tenantweite Analysen und eigene Reports.
- Für fortgeschrittene Governance-Szenarien lohnt sich weiterhin ein genauer Blick auf Lücken, APIs und mögliche Eigenentwicklungen.
Shownotes:
microsoft/coe-starter-kit
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